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Última revisión: 15 de julio de 2010

 Reihe Kanaren-Krimi

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Volker Himmelseher: Das Drachenbaum-Amulett

Teneriffa-Krimi

 

Auf Teneriffa ereignen sich rätselhafte Serienmorde, vor denen auch Touristen nicht verschont bleiben. Am Tatort bleibt jedes Mal ein kleines Drachenbaum-Amulett zurück: das Indiz für eine Opferweihe? Kriminalpsychologin Dr. Teresa Zafón zeichnet das Profil eines Ritualmörders, der schon bald wieder zuschlagen wird... Die Spur der Ermittler führt in den Souvenir-Großhandel.

 

Zech Verlag, Teneriffa 2010, ISBN 978-84-934857-8-8, Verkaufspreis auf den Kanaren (steuerfrei) 9,80 EUR. Unverb. Preisempfehlung für Europa: 16,90 Euro.      

 

 Leseprobe aus "Das Drachenbaum-Amulett"

 

     Doktor Zafón war eine gut aussehende Frau. Sie war gewohnt, dass ihr sofort alle Männerherzen mit Sympathie und Freundlichkeit entgegenschlugen. So war es auch dieses Mal. Sie traf in der Runde schließlich nur auf Männer. Entsprechend entspannt und selbstsicher trat sie auf. Der junge Álvarez konnte seinen Blick kaum von ihren weiblichen Konturen lassen. Als sie das bemerkte, blickte sie fest zurück, bis er die Augen niederschlug und errötete. Dem wachsamen Massagué blieb das nicht verborgen. Er schmunzelte mit der Erfahrung des Alters.
     Der Inspektor bot der Psychologin den einzigen Sessel im Raum an und fragte galant, ob sie Kaffee wolle. Dr. Zafón bat um eine genaue Schilderung der Sachverhalte. Sie nahm ihr schwarzes Notizbuch zur Hand, um sich Stichworte aufzuschreiben. Álvarez wurde für die Berichterstattung ausgewählt. »Er brachte schließlich das Ganze ins Rollen«, warf Martín erklärend ein. Nach kurzer Bedenkzeit meldete sich die Psychologin mit ersten Schlussfolgerungen:

     »Viel geben die Fakten noch nicht her, aber ich werde versuchen, alles aufzuzählen, was sich schon daraus folgern lässt. Unser Täter ist mit ziemlicher Sicherheit ein Mann. Es dürfte kaum eine Frau geben, die ihre Opfer, selbst mit Überraschungseffekt, ohne jede Spur von Gegenwehr ermorden und dann auch noch wegschleppen kann. Im ersten und zweiten Fall ergibt sich ein solches Szenario. Der Täter scheint mir ein Pedant, ein Ordnungsfanatiker zu sein. Alles um das Opfer oder den Tatort wird jedes Mal klinisch sauber zurückgelassen, ganz ohne Spuren. Ich will nicht annehmen, dass die noch auftauchen«, schränkte sie ein. »Jedes Mal gibt der Täter seinem Opfer das Amulett mit auf den letzten Weg. Das unterstreicht sein Bedürfnis nach Ordnung und Regelmäßigkeit. Vielleicht hat er einen Beruf, der ihm solche Eigenschaften abverlangt. Auf den Punkt gebracht, er scheint mir eine Buchhalterseele zu sein.« Die Doktorin wusste nicht, wie nahe sie mit ihrer Einschätzung der Wahrheit gekommen war.

(Volker Himmelseher)
 

 

   

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