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Das Buch enthält 60
Felsbilder, die der Autor an verschiedenen Kultstätten der Guanchen
auf La Palma entdeckt hat. |
NEU-AUFLAGE
1492, im gleichen Jahr, in dem Kolumbus nach Amerika aufbricht, erobert
der Spanier Alonso de Lugo die Kanareninsel La Palma. Vor der Kulisse
eines unserer beliebtesten Ferienparadiese entwirft Harald Braem das
Panorama einer versunkenen Kultur. Der erfolgreiche Autor schildert in
diesem spannenden Unterhaltungsroman den Freiheitskampf der Ureinwohner La
Palmas unter ihrem heldenhaften König Tanausú.
Braem entfaltet in seinem Roman das Panorama einer versunkenen Kultur,
die dem europäischen Eroberungsdrang zum Opfer fiel. Voller Liebe zu den
Kanaren lässt er die Alltagswelt der Guanchen, ihre magischen und
kulturellen Riten wieder lebendig werden, schildert er soziale und
politische Verhältnisse – und eine Liebesgeschichte. Dem gegenüber
steht die menschenverachtende Mission der katholischen Kirche, verkörpert
in der Figur des Pater Innozenz, und das brutale Vorgehen der
Konquistadoren . . .
„Harald Braem hat die Mentalität der Konquistadoren,
der menschenverachtenden Pioniere der Neuzeit, in einem beklemmenden
historischen Gemälde eingefangen."
(Tages-Anzeiger Zürich)
Harald Braem: Tanausú - König der Guanchen. Roman, Zech Verlag, Teneriffa 2003, ISBN
978-84-933108-0-6, Verkaufspreis auf den Kanaren (steuerfrei) 14,50
EURO. Unverb. Preisempfehlung für Europa:
22,90 Euro.
Leseprobe
aus: "Tanausú - König der Guanchen"
I. Teil
ABONA
„Höre“, sagte der Alte, „ich will dir die Geschichte erzählen, und sie wird anders klingen, als du sie bisher gehört hast. Denn im Gegensatz zu den meisten weiß ich, wovon ich rede. Ich bin selbst dabei gewesen, damals, vor vierzig Jahren, als die Fremden über das Meer zu unserer Insel kamen . . .
Du siehst die Schlucht, die vor uns zur Bucht hin ausläuft. Sie heißt Schlucht der Todesängste, und sie hat ihren Namen wirklich verdient. Schreckliches ist damals dort unten geschehen, viel Blut ist geflossen und hat den Taburientefluss rot gefärbt. Zahllose Krieger sind im Kampf umgekommen – fast alle Feinde, und viele von unserem Stamm. Ich wurde selber verwundet und lag lange an der Schwelle zum Schattenreich. Nur war meine Stunde noch nicht gekommen, der Guayote aus dem Vulkan, der Dämon, der die Seelen frisst, wollte mich nicht und schickte mich ins Leben zurück, damit ich über alles nachdenken und davon erzählen kann.
Und so war es: Ich war – wie du heute – zur Wache bestimmt und saß auf dem Seelenstein. Und wie du zweifelte ich heimlich am Sinn meiner Aufgabe, denn es hatte lange keinen Krieg mehr mit den Leuten aus dem Aridane-Tal gegeben. Trotzdem musste Wache gehalten werden, so hatte es der Rat der Alten bestimmt.
Und eines Tages sah ich ein Schiff, das ganz anders war als unsere Drachenbaumboote: Riesengroß, mit hohen Masten und gewaltigen Segeln, und am höchsten Mast wehte ein buntes Tuch. Das Schiff fuhr in unsere Bucht ein und ging vor Anker. Vom großen Schiff löste sich ein kleineres Boot, in dem Männer mit blitzenden Waffen saßen und in Kleidern, die in der Sonne glänzten. Sie ruderten aufs Ufer zu, legten an, sprangen heraus und kamen den Strand hoch.
(...)
(Harald
Braem)
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